
Digitale Erinnerungsarbeit / KI in der Trauer
In meiner Arbeit nutze ich digitale Möglichkeiten – zum Beispiel Audio-Erinnerungen,
virtuelle Räume oder KI-gestützte Impulse – nicht, um jemanden zu ersetzen.
Sondern um Erinnerung spürbar zu machen und Beziehung weiterzuführen –
auf neue Weise.
Ich bleibe an der Seite der Menschen, nicht an der Seite der Technik.
Denn Trauer bleibt menschlich. Technologie ist nur ein Werkzeug –
niemals der Mittelpunkt.
Über meinen Ansatz wurde in der
Berliner Zeitung (04. November 2025) berichtet.
Der Artikel beschreibt, wie ich mithilfe eines Chatbots und meiner persönlichen
Geschichte mit Hajo erforsche, welche Möglichkeiten – und Grenzen –
digitale Formen des Erinnerns haben.
Aktuell gestalte ich gemeinsam mit Lilli Berger, Bestatterin und Dokumentarfilmerin
aus Berlin, eine digitale Erinnerungsseite für Hajo.
Es entsteht gerade ein virtueller Raum, in dem Bilder, Texte und Klänge eine
begehbare Erinnerung bilden.
Dieser Raum ist kein Ersatz für Beziehung, sondern eine Einladung zum Innehalten,
zum Wiedersehen und zum Weitererzählen.
Ich glaube:
Erinnerung wächst nicht durch Technik, sondern durch Begegnung –
auch in der digitalen Welt.
Am 16.11. wurde in der Abendschau bei RBB davon kurz berichtet:
In diesem Fernsehbeitrag der RBB-Abendschau geht es um die Frage, wie digitale Erinnerungsräume Trauer begleiten können – und wo ihre Grenzen liegen.
Gemeinsam mit der Bestatterin Lili Berger gestalte ich einen virtuellen Erinnerungsraum für meinen verstorbenen Mann Hajo. Der Film zeigt, wie solche Räume entstehen, welche Chancen sie bieten und warum es dabei mehr braucht als Technik: Haltung, Nähe und ein feines Gespür für Grenzen.
Der Beitrag beleuchtet auch die ethischen Fragen rund um KI im Trauerkontext:
Wie verändern Avatare unseren Zugang zu Verstorbenen?
Wo beginnt die Gefahr der Verzerrung?
Und warum bleibt echter menschlicher Austausch unersetzlich?
Expertinnen und Experten ordnen ein, was digitale Trauerangebote heute leisten können – und was nicht.
Der Film zeigt deutlich: Erinnerung ist Beziehung. Und Trauer braucht Räume, in denen beides Platz hat – digital und analog.

